Cacela Velha als Geheimtipp an der östlichen Algarve in Portugal

Cacela Velha ist schon sehr alt, aber erst seit Kurzem als Reiseziel bekannt.

Gut 100 Einwohner zählt das Dörfchen Cacela Velha auf einer Anhöhe an der Mündung der Ria Formosa in den Golf von Cadiz in der östlichen Algarve. Administrativ zählt Cacela Velha als „Aldea“ zur Stadt Vila Nova de Cacela sowie zur Gemeinde Vila Real de Santo António im Distrikt Faro im äußersten Süden Portugals. Archäologischen Funden zufolge diente der Ort wahrscheinlich schon in der Antike als Hafen und Stützpunkt für phönizische und griechische Seefahrer. Vermutlich gehörte die Siedlung vor gut 2.000 Jahren zum Herrschaftsbereich des keltischen Stammes „Conii“ rund um deren legendäre Hauptstadt „Conistorgis“ an der Algarve. In den folgenden Epochen erweiterten Römer und Araber das Dorf. Im 10. Jahrhundert soll Cacela Velha landwirtschaftliches Zentrum und „Medina“ der islamischen Stadt Qast’alla Daraj im Südosten der Algarve gewesen sein.

Als Portugal noch maurisch war, entstand hier eine der größten Burgen der Region

Zur Zeit des maurischen Kalifats wurde auch das überregional bekannteste Bauwerk in Cacela Velha errichtet. Noch immer thront die massive Trutzburg „Castelo de Cacela“ majestätisch und bereits von Weitem gut sichtbar über der Ria Formosa. Der historisch bedeutendste architektonische Komplex an der Algarve wird alljährlich von vielen Urlauber besucht und besichtigt. Nach der Rückeroberung von den Mauren im 13. Jahrhundert wurden Cacela Velha und die zugehörigen Ländereien dem christlichen Ritterorden von Santiago übertragen. Im 14. und 15. Jahrhundert sorgten zahlreiche Piratenüberfälle für die Flucht vieler Bewohner des Dorfes von der Küste in das Hinterland der Algarve und vereitelten weiteres Wachstum. Erst im frühen 17. Jahrhundert wurde der Süden Portugals langsam wieder sicherer. Auf zeitgenössischen Zeichnungen wird Cacela Velha bereits als Stadt mit mehreren größeren Gebäuden dargestellt. Einen großen Rückschlag erlitten Portugal, die Algarve und der Ort aber durch das Erdbeben von Lissabon 1755. Die Naturkatastrophe zerstörte große Teile der Festung und zahlreiche Wohnbauten im Dorf.

In dem kleinen Küstenort präsentiert sich Portugal noch wie vor langer Zeit

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert blieb die beschauliche kleine Ortschaft ein recht verschlafenes sowie als Destination für Urlaubsreisen unbekanntes Fischerdorf. Bekannt wurde die Gegend während des Miguelistenkrieges von 1832 bis 1834, als eine Streitkraft von 2.500 Mann hier im Juni 1833 an Land ging. Nach erfolgreichen Schlachten in der Algarve und im Alentejo errang diese bald darauf den Sieg für die Liberalen in Lissabon. Seit nun 20 Jahren wird der Ort als Geheimtipp für Urlaubsreisen an der ansonsten oft sehr touristischen Algarve immer populärer. Trotz der steigenden Zahl an Gästen konnte sich Cacela Velha aber bis heute viel von seinem ursprünglichen Charme bewahren. Vor Ort sind die Unterkunftsmöglichkeiten im Vergleich zu größeren Bade- und Ferienorten an der Algarve eher überschaubar. Mit einigen modernen Hotels entsprechen diese aber durchweg allen Ansprüchen und Wünschen für komfortable Urlaubsreisen.

Für Freizeit und Unterhaltung bei Urlaubsreisen sorgen Feste und der lange Strand

Auf jeden Fall rechtzeitig buchen sollte man Reisen nach und Aufenthalte in Cacela Velha im Sommer. Speziell im Juli strömen Gäste von außerhalb zum Volksfest „Noites da Moura Encantada“ mit Musik und Theater unter freiem Himmel sowie großem Straßenmarkt. Begeisterte Besucher aus der Umgebung, ganz Portugal und dem Ausland zählen auch die immer im Mai und Juni in der Kirche veranstalteten klassischen Konzerte „Clássica em Cacela“. Ganzjährig gratis zur Verfügung steht Urlaubsgästen der lokale Strand Praia de Cacela Velha (Praia da Fábrica) südlich des Dorfes im Westen der Halbinsel Cacela im Naturpark Ria Formosa. Der großzügig breite Strand, der 2009 von der britischen Zeitung „Guardian“ zu einem der Schönsten in Portugal gewählt wurde, ist gut zu Fuß erreichbar. Gegen eine geringe Gebühr bringen auch Fischer mit ihren Booten Badegäste dorthin.

Von der Algarve in Portugal aus einen schönen Abstecher nach Andalusien machen

Als Ziel für entspannte Urlaubsreisen ins südliche Portugal ist das kleine Dorf also in jeder Hinsicht und ohne Einschränkungen zu empfehlen. Im Ort selbst fotografieren Besucher gerne die typisch portugiesischen einstöckigen Wohnhäuser mit Schmuckkacheln an den Außenwänden. Besuche lohnen auch die mittelalterliche Kirche sowie die interessanten Veranstaltungen aus der im späten 18. Jahrhundert wieder vollständig nach Originalplänen restaurierten Festung „Fortaleza de Cacela“. Als Ausflugsziele für Tagestouren bieten sich auch die eingangs erwähnten Städte und Gemeinden Vila Nova de Cacela und Vila Real de Santo António an. Gleiches gilt für die Sanddünen von Manta Rota, das Kulturzentrum António Aleixo sowie das von europäischen Fußballvereinen häufig genutzte Sportgelände „Vila Real Complexo Desportivo“ bei Monte Gordo. In Vila Real de Santo António befindet sich auch die 1991 erbaute Brücke „Ponte Internacional do Guadiana“. Das Bauwerk ist Teil der Straße, die in lediglich ca. 20 Minuten Fahrtzeit in die spanische Stadt Ayamonte im Süden der andalusischen Provinz Huelva führt.